Freitag, 24 of November of 2017

Genitalchirurgie – IPP – M. Peyronie

Andrologie

Web Buero3

Andrologie ist die Lehre von den spezifischen Erkrankungen des Mannes, vor allem die Fruchtbarkeit des Mannes betreffend. Der Androloge behandelt Störungen der Zeugungsfähigkeit (Fertilitätsstörungen), Störungen der Potenz (Impotenz, erektile Dysfunktion), Sexualstörungen jeglicher Art sowie Hormonstörungen des alternden Mannes. Der partielle Testosteronmangel des alternden Mannes heißt wissenschaftlich ausgedrückt “late onset Hypogonadismus” oder Altershypogonadismus. Andere Bezeichnungen sind PADAM (= partielles Androgendefizit des alternden Mannes), “ageing male” oder laienhaft ausgedrückt “Wechseljahre des Mannes”.

Operative Andrologie – Genitalchirurgie

Alle Spezialoperationen zur Therapie andrologischer Probleme werden durchgeführt, z. B. bei einer angeborenen oder aufgrund einer Induratio penis plastica (IPP = M. Peyronie) erworbenen Penisverkrümmung, bei einer Krampfader am Hoden (= Varikozele) oder bei chronischen Schmerzen am Hoden (= Genitalneuralgie). Diese Operationen werden mit mikrochirurgischer Operationstechnik durchgeführt, das heißt, mit dem Operationsmikroskop oder mit der Lupenbrille.
Bei schwerwiegender, organisch bedingter Erektionsstörung, wenn andere Maßnahmen keinen Effekt zeigen, kann ein Schwellkörperimplantat erforderlich sein. Auch dieser Eingriff wird bei Bedarf durchgeführt.

Es gibt noch viele andere operative Eingriffe im Genitalbereich, die von uns spezialisiert durchgeführt werden, wobei diese Eingriffe nicht unbedingt mit Fruchtbarkeit oder Potenz zusammenhängen müssen. Trotzdem fallen sie in unser Spezialgebiet, die Chirurgie am männlichen Genitale.

Auch dann, wenn nicht unbedingt gleich eine Operation erforderlich ist, wie z. B. bei chronischen Schmerzzuständen im Genitalbereich (Genitalneuralgie), sondern mit konservativen oder wenig invasiven Maßnahmen versucht wird, zu helfen, sind wir spezialisiert.

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Phimose (Vorhautverengung)

Weitere operative Eingriffe am männlichen Genitale sind Beseitigung einer Vorhautverengung oder von anderen krankhaften Zuständen, wie Verkürzung des Vorhautbändchens oder Entfernung von Hauttumoren bzw. Condylomen.

Diese Eingriffe werden ambulant durchgeführt und in örtlicher Betäubung (= Lokalanästhesie) oder in kurzer Vollnarkose angeboten.

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Li. Bild: Vorhautverengung bei Lichen sclerosus et atrophicans (LSA)

 

 

Die Beschneidung der Vorhaut heißt Zirkumcision und ist bei einer narbigen Verengung oder bei chronisch entzündlichen Erkrankungen (z. B. Lichen sclerosus et atrophicans, abgekürzt LSA) erforderlich und wird je nach vorliegendem Befund und Wunsch des Patienten in verschiedenen Techniken angeboten, am häufigsten als sog. plastische bzw. subtotale, manchmal auch als radikale Zirkumcision.

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Re. Bild: Typische weißliche Verfärbung der Eichel (Glans penis) bei Lichen sclerosus et atrophicans (LSA) bei Zustand nach Beschneidung der Vorhaut

 

 

 

 

Morbus Bowen

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Li. Bild: chronische Hautveränderung am inneren Vorhautblatt des Penis, die durch Biopsie geklärt und und ggf. Zirkumcision behandelt werden muß (M. Bowen = Präkanzerose)

 

 

 

 

 

 

Die plastisch-operative Verlängerung eines verkürzten Vorhautbändchens  (= Frenulum breve) heißt Frenulumplastik und ist erforderlich nach Einriß des verkürzten Vorhautbändchens, was meistens zu einer vorübergehenden, aber den Betroffenen sehr beunruhigenden Blutung und später zu einer narbigen Verkürzung des Frenulums führt.

 

Die Zirkumcision wird aus rituellen Gründen meist von nicht-ärztlichen Beschneidern durchgeführt und führt oft zu kosmetisch und funktionell unbefriedigendem Ergebnis. Auch bei Durchführung der Zirkumcision durch Ärzte bei medizinischer Indikation können Fehler gemacht werden und es kann zu evtl. schwerwiegenden Komplikationen kommen, weshalb die Zirkumcision – wie alle anderen genitalchirurgischen Eingriffe auch – nur von Fachärzten mit entsprechender Expertise durchgeführt werden sollte. Es ist ein leider weit verbreiteter Irrglaube, die Zirkumcision wäre ein typische “Anfängeroperation”, wo man nichts falsch machen kann.

Eine funktionell beeinträchtigende Langzeitkomplikation der Zirkumcision kann eine narbige Einengung der äußeren Harnröhrenmündung (Meatus externus uretrae) sein.

 

Z.n.CC

 

 

 

Suboptimales Ergebnis einer auswärts erfolgten Zirkumcision mit zu langem inneren Vorhautblatt und zu stark gekürztem äußeren Vorhautblatt.

 

 

 

 

 

 

Die Beschneidung (Zirkumcision) ist keine Anfängeroperation, wo man nichts falsch machen kann !
Eine schlecht durchgeführte  Zirkumcision kann lebenslang nicht korrigierbare kosmetische und funktionelle Schäden hinterlassen !

 

 

Die Ärzte des ACM führen Vorhautbeschneidungen  nur bei Vorliegen medizinischer Gründe durch.

 

Chondylomata acc.

Condylome

Feigwarzen (Condylomata acuminata) sind verursacht durch eine sexuell übertragbare Virusinfektion (HPV) und können durch eine lokale Behandlung mit speziellen Salben oder durch Laserbehandlung zum Verschwinden gebracht werden. Im Falle einer ausgedehnten Lokalisation im Bereich des Frenulums und der Kranzfurche des Penis (Foto links) erscheint eine plastisch-chirurgische Entfernung mit Rekonstruktion des Frenulums unvermeidbar. Diesen Eingriff  sollte jedoch nur ein in plastischer Genitalchirurgie erfahrener Operateur vornehmen.

 

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Hydrozele / Spermatozele

Weitere krankhafte Befunde am äußeren Genitale, die operativ oder interventionell behandelt werden, stellen Hydrozelen (Wasserbruch am Hoden) und Spermatozelen (Nebenhodenzysten) dar.

 

Hydrozele

Hodenwasserbrüche sind nicht selten und können in jedem Alter entstehen, bestimmte Formen können sogar angeboren sein oder im Kleinkindesalter entstehen.

Dabei bildet sich Flüssigkeit zwischen dem Hoden und den umgebenden Hodenhüllen, was normalerweise nur ein kosmetischees, aber kein funktionelles Problem darstellt. Große Hydrozelen können ein Schweregefühl am Hoden verursachen. Normalerweise hat eine Hydrozele keine schädliche Auswirkungen auf die Hodenfunktion.

Bei jeder Hydrozele sollte immer eine Ultraschalluntersuchung zum Ausschluß eines Hodentumors durchgeführt werden.

Behandlungsbedürftigkeit besteht nur subjektiver Beschwerdesymptomatik.

 

Sono-Hydrozele

Sonographisches Bild einer Hydrozele: die schwarz dargestellte  Flüssigkeit umgibt den Hoden

 

Ursächlich für eine angeborene Hydrozele ist ein unvollständiger Verschluß des Leistenkanals im Kleinkindesalter, so daß Flüssigkeit aus dem Bauch in den Hodensack gelangen kann. Alle anderen Formen einer Hydrozele bilden sich erst später und werden deshalb als erworben bezeichnet. Die Ursachen können stattgehabte Nebenhodenentzündungen, jegliche operative Eingriffe am Hodensack oder in der Leiste oder Traumata sein.

 

 

Zur Therapie einer Hydrozele braucht es nicht unbedingt eine Operation. Wesentlich einfacher und weniger belastend ist die Sklerosierung (Verödung) der Varikozele. Dabei erfolgt ambulant in örtlicher Betäubung eine ultraschallgesteuerte Punktion der Hydrozele mit Absaugung der gesamten Flüssigkeit und anschließendem Einbringen eines Verödungsmittels in die Gewebsschicht, aus der die Flüssigkeit vorher abgesaugt wurde.

Die Sklerosierung führt in ca. 70% zum Erfolg, d.h. die Flüssigkeit läuft nicht mehr oder nur in unerheblichem Ausmaß nach. In ca. 30 % der Fälle tritt die Hydrozele wieder auf (meistens in geringerem Ausmaß), wobei man dann erneut eine Sklerosierung durchführen kann. Nur wenn sie dann wieder auftritt, sollte eine Operation erfolgen, wobei hier die Erfolgsrate fast 100 % beträgt. Wenn die Hydrozele sehr groß ist, sind die Erfolgschancen der Sklerosierung geringer, so daß in diesem Fall primär operiert werden sollte. Die Operation kann ebenso ambulant durchgeführt werden und dauert etwa 30 min, es bedarf dazu aber einer Vollnarkose.

 

Hydrozele8

 

Hydro

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sehr große Hydrozelen, die nur operativ behandelt werden können

 

 

Spermatozele

Eine Spermatozele, also eine Zyste im Bereich des Nebenhodens, kann ebenso in jedem Alter auftreten. Es gibt verschiedene Arten von Spermatozelen, oft sind sie Folge einer Stauung des Nebenhodenkanals, wie z. B.  nach einer Sterilisation, und meist finden sie sich am Nebenhodenkopf. Eine Spermatozele verursacht nur selten so starke Beschwerden, daß sie deshalb behandlungsbedürftig wird. In jedem Falle gilt bei der Behandlung einer Spermatozele größte Zurückhaltung immer dann, wenn der Kinderwunsch des Patienten noch nicht abgeschlossen ist. Denn jede Spermatozelenbehandlung birgt das potentielle Risiko eines Verschlusses des Nebenhodenkanals, also einer Sterilisation (zumindest einseitig).

Deshalb darf die operative oder interventionelle Behandlung einer Spermatozele ohne ausführliche Aufklärung des Patienten über das damit verbundene hohe Risiko einer Sterilisation keinesfalls durchgeführt werden, bei jungen Männern ist höchste Zurückhaltung geboten ! 

 

Spermatozele.2

 

Sonographische Darstellung einer Spermatozele (Zyste im Nebenhodenkopf)

 

 

 

Die Therapie der Spermatozele ist ohne großen Aufwand (so wie bei der Hydrozele) und mit einer Erfolgsrate von ca. 90 % mittels Sklerosierung (Verödung) möglich. Nur in sehr wenigen Fällen kommt es wieder zum Nachlaufen der Flüssigkeit, so daß dann nach zweimaliger Sklerosierung eine operative Entfernung nötig sein kann.

 

 

Es gibt noch viele weitere Erkrankungen im Genitalbereich, die operativ behandelt werden. Dazu gehören Hodentumore, von denen es gutartige und bösartige gibt. Um bereits während der Operation sicher sein zu können, welche Art von Tumor vorliegt, wird das Tumorgewebe bereits während der Operation durch einen Pathologen untersucht. Diese sog. Schnellschnittuntersuchung wird in einem nahe gelegenen pathologischen Institut durchgeführt, so daß der Operateur noch während der Operation die wichtige Information über die Art des Tumors erhält und so das weitere operative Vorgwehen festlegen kann.

Hodentumore werden nicht selten bei der Abklärung von Männern mit unerfülltem Kinderwunsch festgestellt, weil viele Männer mit Hodentumor eine Fertilitätsstörung aufweisen.

 

Leydigzell-Tu3

Sonographie: Kleiner gutartiger Hodentumor, sog. Leydigzelltumor

 

 

 

 

 

 

Hodentumor

 

 

 

Sonographie: bösartiger Tumor zentral im Hoden, der deshalb entfernt werden muß

 

 

 

 

Hodenzysten2

 

 

 

 

Tubul. Ektasie

 

 

 

 

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Gutartige Hodenzysten bei der operativen Hodenfreilegung

 

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Gutartige zystische Veränderung im Hoden, sog. tubuläre Ektasie

Akute Hodenerkrankungen

Weitere akute, oft operativ zu behandelnde, Genitalerkrankungen werden unter dem Begriff  ”Akutes Skrotum” zusammengefaßt. Darunter versteht man relativ akut auftretende Hodenschmerzen (meist einseitig), im Frühstadium oft noch ohne Rötung und Schwellung des Hodensacks.

Dahinter können sich folgende Krankheitbilder verbergen:

  • Akute Verdrehung des Hodens (Hodentorsion), wo es ohne Behandlung innerhalb von 6-8 Stunden zum Absterben des Hodens kommt.
  • Verdrehung eines Fortsatzes (Hydatide) des Hodens oder Nebenhodens (Hydatidentorsion)
  • Nebenhodenentzündung (Epididymitis) akut oder chronisch
  • Hodenabszeß (als Folge einer Nebenhodenentzündung)
  • Einblutung (Hämatom) in den Hodensack, ggf. mit Einriß der Hodenhaut (Tunica alb.) nach Trauma
  • Schmerzhafte Hydrozele (Wasserbruch)
  • Schmerzhafte Spermatozele
  • Schmerzhafte Varikozele (Hodenkrampfader)
  • Skrotalhernie (Leistenbruch mit Darmschlingen bis in den Hodensack)

 

Hodentorsion3

 

Hodentorsion

Operativ freigelegter Hoden bei Verdrehung des Hodens um den Samenstrang (Hodentorsion), wodurch es zum Absterben des Hodens gekommen ist

 

 

 

 

Hydatidentorsion

 

Hydatidentorsion

Operativ freigelegter Hoden mit stielgedrehter Hydatide

 

 

 

 

 

 

 

Nebenhodenentzündung

 

Akute Nebenhodenentzündung mit schmerzhafter Rötung und Schwellung des rechten Skrotalfaches

 

 

 

Digital StillCamera

 

Skrotalabszeß mit isolierter schmerzhafter Rötung und Schwellung des rechten Skrotalfaches

 

 

 

 

 

 

 

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Penile Corporoplastik (Operationen zur Begradigung des Penis)

 

 

 

 

Video:

Tunica albuginea patch Technik (TAP)

Bei welchen Erkrankungen kommt eine Penisbegradigungsoperation (penile Corporoplastik) in Frage ?

1.) Angeborene (=kongenitale) Penisverkrümmung

Hierbei handelt es sich um eine zumeist nach unten oder nach der Seite hin ausgeprägte Verkümmung des Penis, die den betroffenen Patienten meist in der Pubertät auffällt. Die Gliedsteife (Erektion) ist dabei völlig normal und es bestehen keine anderen Symptome. Die angeborene Penisverkrümmung betrifft überwiegend Männer mit einem relativ langen Penis. Die operative Korrektur ist mit einer sehr hohen Erfolgsrate möglich, wobei sich die sog. Rafftechniken (z. B. Tunica-albuginea-underlap-Technik = TAU-Technik) am besten bewährt haben.

2.) Erworbene Penisverkrümmung bei Induratio penis plastica (=IPP = M. Peyronie)

Was ist eine IPP oder Peyronie`sche Erkrankung ?

Die Induratio penis plastica (IPP) wird auch Morbus Peyronie genannt, weil Doktor Peyronie sie vor über 250 Jahren als erster beschrieben hat. Bei der IPP handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung, die typischerweise in zwei Phasen abläuft, einer entzündlichen Phase (Zeitdauer ohne Behandlung 1-1,5 Jahre) und danach einer postentzündlichen stabilen Phase. Während der entzündlichen Phase bilden sich eine oder mehrere Zonen einer knorpelartigen Verhärtung (Plaque) in der Schwellkörperhaut (Tunica albuginea), die dadurch an diesen Stellen komplett die Elastizität verliert.

Ursachen

Ausgelöst wird die Erkrankung vermutlich durch eine Überbelastung und kleinste Traumatisierungen der Schwellkörperhaut (Tunica albuginea), was nichts ungewöhnliches für sexuell aktive Männer ist und deshalb noch nicht zur IPP führen muß. Da bei nur 3-5 % der Männer (Dunkelziffer vermutlich höher) die Erkrankung auftritt, muß eine Veranlagung (Disposition) dafür vorliegen, daß die IPP zum Ausbruch kommt. Bekannt ist ein Zusammenhang mit einer Weichteilerkrankung an der Hand, der sog. Dupuytren`schen Kontraktur. Darüberhinaus besteht möglicherweise ein Zusammenhang mit weiteren Erkrankungen des rheumatoiden Formenkreises und/oder mit Autoimmunerkrankungen.

Bei manchen Männern beginnt die Erkrankung auch nach einem stärkeren Trauma mit Umknicken des Penis im erigierten oder halbsteifen Zustand.

Wenn es bei einem solchen Trauma zu einem teilweisen oder vollständigen Einriß der Schwellkörperhaut (Tunica albuginea) kommt, bezeichnet man dies als Schwellkörperruptur. Dabei tritt typischerweise Blut aus dem Schwellkörper in die Umgebung, so daß es zu einer starken Blutergußbildung und Schwellung am Penis kommt. Wenn eine Schwellkörperruptur nicht baldmöglichst operativ versorgt wird, kann es zu einem IPP-ähnlichen Krankheitsbild kommen. So kann neben einer Störung der Gliedsteife auch eine Penisverkrümmung und/oder Penisinstabilität, in seltenen Fällen auch eine Hernienbildung (siehe Foto) auftreten. Diese Folgen einer Schwellkörperruptur können in der Regel nur operativ korrigiert werden.

Symptome

Die IPP bietet typischerweise drei Symptome, nämlich eine knorpelartige bzw. narbenartige Verhärtung (Plaque) in der Schwellkörperhaut (meist auf der Oberseite), eine Deformierung (Verkrümmung und Verkürzung, ggf. auch Einschnürung und Verdrehung) des Penis und einen in der entzündlichen Phase oft vorhandenen Spannungsschmerz bei der Erektion; dieser Erektionsschmerz kann jedoch auch gänzlich fehlen.

Die Gliedsteife (Erektion) ist bei der IPP manchmal normal, oft jedoch etwas eingeschränkt (teilweise nur im vorderen Teil des Penis), wobei normalerweise eine ausreichende Steifigkeit für den Geschlechtsverkehr vorhanden ist und das den Patienten belastendste Symptom die Penisdeformierung darstellt.

Diagnostik

Zur objektiven Darstellung der Penisdeformierung hat sich eine Fotographie des erigierten Penis von oben und von der Seite bewährt (Autophotographie). In Einzelfällen kann es auch erforderlich sein, eine Erektion durch Injektion vasoaktiver Substanzen in die Schwellkörper auszulösen (Schwellkörperinjektionstest), um das Ausmaß und die operative Korrekturmöglichkeit der Penisdeformierung beurteilen zu können.

 

Foto: Autophotographie

 

Digital StillCamera

Foto:  Nach Zurückstreifen der Penishaut und künstlicher Erektion zeigt sich eine Aussackung (=Hernienbildung) und Instabilität der Schwellkörperhaut des rechten Corpus cavernosum an der Penisbasis als Folge einer Schwellkörperruptur (Hernie mit Kreis markiert).

An der Stelle des ehemaligen Einrisses der  Schwellkörperhaut hat sich wegen der nicht erfolgten operativen Korrektur insuffizientes Narbengewebe gebildet, weshalb es zur Instabilität und erektilen Dysfunktion gekommen ist.

 

Therapie der entzündlichen Krankheitsphase

Es gibt eine Vielzahl von Therapieverfahren zur Behandlung der entzündlichen Phase der IPP, die alle darauf abzielen, den Entzündungsprozeß und damit das weitere Fortschreiten der Erkrankung (vor allem der Penisdeformierung) zu stoppen.

Als konservative Therapie werden oral applizierte Medikamente wie Potaba (das einzige für diese Indikation  in Deutschland zugelassene Medikament), Tamoxifen, Cortison, Diclophenac und viele andere eingesetzt.

Außerdem wird versucht, entzündungshemmende Medikamente wie Cortison, Verapamil u. a. mit Hilfe eines elektrischen Spannungsfeldes (Jontophorese) durch die Penishaut in die Schwellkörper zu bringen.

PDE-5-Inhibitoren sind Medikamente, die die Erektionsfähigkeit verbessern. Sie können auch bei einer IPP sinnvoll sein, da sie die oft durch die IPP etwas reduzierte Gliedsteifigkeit verbessern, aber möglicherweise auch eine eigene antientzündliche Wirkung haben könnten.

An semikonservativen Therapieansätzen werden die lokale Strahlentherapie auf die Plaques mittels der sog. Röntgenweichstrahltherapie, die Einspritzung diverser Medikamente (Collagenase, Cortison, Orgotein, Verapamil, Interferon etc.) in die Plaques sowie eine lokale Stoßwellentherapie (ESWT) angewandt. Die ESWT ist wegen der möglicherweise verschlechternden Auswirkungen äußerst umstritten.

All diesen Verfahren ist gemeinsam, daß es kaum wissenschaftlich korrekt durchgeführte Studien zur Wirksamkeit gibt. Die Polypragmasie der angebotenen Therapieverfahren zeigt, daß es keine in jedem Fall eindeutig zu empfehlende konservative Behandlung für die IPP gibt.

Allen antientzündlichen Therapieverfahren ist gemeinsam, daß sie am ehesten wirken, wenn sie möglichst früh im Verlauf der Erkrankung eingesetzt werden.

Therapie der postentzündlichen stabilen Phase

Wenn die Entzündung abgeschlossen ist und ein stabiler Zustand vorliegt, kann eine Therapie der Penisdeformierung ggf. durch Einspritzen von Collagenase in den Plaque versucht werden, ansonsten aber nur mittels einer Operation erfolgen. Es gibt verschiedene Varianten und Techniken der sog. penilen Corporoplastik. Jedoch erscheint nicht jede OP-Technik für jeden Patienten und seinen Befund angemessen zu  sein.

Bei der Wahl des Operationsverfahrens muß berücksichtigt werden, daß diese individuell nach dem Befund des Patienten erfolgen sollte und es nicht sinnvoll ist, nur eine Operationstechnik bei allen Patienten anzuwenden. Vielmehr sollte der Operateur mehrere Techniken beherrschen und dann – je nach individuellen Gegebenheiten – die für seinen Patienten beste Technik anwenden.

Die uns relevant erscheinenden Operationsverfahren werden auf den folgenden Seiten erklärt, außerdem können Sie Dateien (als PDF) mit Informationsartikeln und Fotos herunterladen. Daneben gibt es noch weitere Operationstechniken, die hier nicht beschrieben werden, weil wir sie für nicht sinnvoll erachten.

Bei den Operationsverfahren mit Einbringung eines sog. “Patch” verwenden wir auschließlich körpereigenes Material des Patienten im Sinne einer freien Transplantation des körpereigenen Gewebes (Schwellkörperhaut, Vene oder deepithelialisierte Haut).

Die Strategie von Prof. Schwarzer, bei der penilen Corporoplastik nur körpereigenes Material und kein Fremdmaterial zu verwenden (im Gegensatz zu manch anderen Operateuren), basiert auf seiner langen klinischen Erfahrung mit über 600 eigenhändig durchgeführten penilen Corporoplastiken, der wissenschaftlichen Datenlage sowie operationstechnischen Überlegungen. Die verfügbaren nicht-körpereigenen Materialien zur Defektdeckung der Schwellkörperhaut (Tunica albuginea) enthalten u. a. Collagen tierischer Herkunft (xenogen) und/oder Bestandteile, die aus Blut menschlicher Spender (allogen) gewonnen wurden. Unserer Meinung nach sind die damit im Zusammenhang stehenden immunologischen Aspekte bei Anwendung am menschlichen Schwellkörper noch zu wenig erforscht. Unsere klinische Erfahrung zeigt, daß Fremdmaterial an der Schwellkörperhaut ausgeprägte Gewebsverhärtungen (Fibrose) induzieren und ähnlich wie die zugrundeliegende Induratio penis plastica (IPP) zu einem Elastizitätverlust der Schwellkörperhaut (Tunica albuginea) führen kann. Deshalb verwenden wir nur körpereigenes Patch-Material und haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht.

Penile Corporoplastik
Zur Beseitigung einer angeborenen oder erworbenen Penisdeformierung (Penisverkrümmung, -verkürzung, – einschnürung und -torsion) kommen grundsätzlich zwei operative Prinzipien in Frage.

 

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Foto links: Am Beginn der Operation nach dem Zurückstreifen der Penishaut erfolgt eine künstliche Erektion mit Darstellung der Penisdeformierung zur Planung des weiteren Vorgehens

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1. Rafftechniken: Tunica-albuginea-underlap (TAU) – Technik)
Bei der Technik nach Nesbit werden auf der Konvexseite der Krümmung kleine ovaläre Stücke der Schwellkörperhaut (Tunica albuginea) herausgeschnitten und die Schnittränder anschließend zusammengeführt (Raffnaht). Damit wird die Konvexseite an die Konkavseite der Krümmung angeglichen, wodurch es es zur Begradigung der Schwellkörper unter Verkürzung dieser auf der Konvexseite kommt. Diese Technik kann bei angeborener und bei erworbener Pensiverkrümmung angewandt werden.

Wir haben diese Technik weiterentwickelt zur sogenannten Tunica-albuginea-underlap-Technik, wo unter demselben Prinzip konvexseitig die Schwellkörperhaut (Tunica albuginea) gerafft wird, dabei aber keine Stücke der Schwellkörperhaut entfernt, sondern diese gedoppelt wird. Diese Technik weist einige bedeutende Vorteile gegenüber der Technik nach Nesbit auf und wird von uns seit mehreren Jahren erfolgreich angewandt (underlap-Technik.pdf).

 

TAU

 

 

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2. Incisions-Patch-Technik (= small-incision-Technik)

Hier wird auf der Konkavseite der Krümmung operiert, indem der Plaque (= Verhärtung in der Schwellkörperhaut) ggf. abgeschliffen und ausgedünnt und dann in spezieller Technik quer eingeschnitten wird, so daß ein Spalt entsteht, um dessen Breite die Konkavseite des Penis länger wird. Dieser Spalt in der Schwellkörperhaut wird nun mit körpereigenem Gewebe (Haut, Muskelfaszie, Vene oder Schwellkörperhaut von anderer Stelle des Schwellkörpers) gedeckt. Diese Technik wird nur bei erworbener Penisverkrümmung angewandt. Die Entscheidung darüber, welche Operationstechnik im Einzelfall angewandt wird, ist eine individuelle Entscheidung, bei der u. a. die Begleiterkrankungen sowie die übrige individuelle Situation des Patienten berücksichtigt werden müssen. Manchmal kann die Entscheidung, welches Operationsverfahren am geeignetsten für den Patienten ist, erst während der Operation getroffen werden.

Beide Operationstechniken erfordern einen stationären Aufenthalt von 3-4 Tagen. Die Komplikationrate ist bei beiden Techniken gering. Weitere Einzelheiten zu den Techniken und Ergebnissen: siehe u. g. Literatur.

Small-incision-Technik mit Tunica-abuginea-Patch (TAP-Technik)

 

Venenpatch

Small-incision-Technik mit Venen-Patch (Vena saphena magna)

 

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Small-incision-Technik mit deepithelialisierter Vollhaut (Dermal graft)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Warum führen wir keine vollständige Plaquesresektion durch ?

Bereits in den 1970 er Jahren wurden Operationstechniken mit vollständiger Plaquesresektion und anschließender Defektdeckung der Tunica alb. mit alloplastischem Material (Fremdmaterial) durchgeführt. Die verfügbaren wissenschaftlichen Daten zeigen bei den Ergebnissen hohe Impotenzraten, so daß diese Techniken von vielen Operateuren zugunsten der Techniken, wo der Plaque nur inzidiert wird und so kein großflächiger Defekt der Tunica alb. entsteht, verlassen wurden.

Auch wir führen die Operationsverfahren mit vollständiger Resektion der Plaques und dann Defektdeckung mit Fremdmaterial nicht durch, weil nach unserer Erfahrung die Erzeugung eines großen Defektes in der Tunica alb. mit einem hohen Risiko für erektile Dysfunktion (Impotenz) einhergeht. Je größer der zu deckende Defekt an der Tunica alb., desto größer ist das Impotenzrisiko.

Die aktuelle wissenschaftliche Datenlage spricht gegen Techniken mit vollständiger Plaquesresektion, so daß diese auch von den entsprechenden Leitlinien der urologischen Fachgesellschaften (EAU und ISSM) nicht empfohlen werden und stattdessen die Plaquesincisionsverfahren favorisiert werden.

 

Schwellkörperimplantat

Wenn die Gliedsteife im Rahmen einer IPP oder auch ohne IPP irreversibel geschädigt ist und auch mit Hilfe von Medikamenten und anderen Hilfsmitteln keine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion mehr erreicht werden kann, kann die Indikation zur Einbringung eines Schwellkörperimplantates bestehen. Wenn dies der Fall ist, sollte immer ein modernes hydroflexibles und kein starres Implantat verwendet werden.

Röntgenbild nach Einbringung  eines hydroflexiblen Schwellkörperimplantates
 

Literatur

zur operativen Andrologie u.Genitalchirurgie

Beim Anklicken des Titels öffnet sich die PDF-Datei

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JSMarticle

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Penile Corporoplastik bei IPP - Uro-news 1/2007

Minerva-TAU

penile_corporoplastik.pdf

 

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TAU-Technik bei IPPMinerva urol

 

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Wenn Sie selbst von einer IPP betroffen sind, können Sie gerne einen Beratungstermin in der Sprechstunde bei unseren Ärzten vereinbaren und dazu alle bisherigen Befunde (vor allem über die bisherige Therapie) sowie die Autophotographien mitbringen.
Anmeldung über Tel. 089-82081100.

Bitte haben Sie Verständnis, daß keinerlei Beratungen via Email oder Telefon erfolgen können.

Die Operationen zur Penisbegradigung (= penile Corporoplastik) werden stationär an der Urologischen Klinik München-Planegg durchgeführt und werden normalerweise von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen.